Mädchen und Jungen werden in ihrem Alltag aufgrund ihrer Eigenschaft weiblich bzw. männlich mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert. Mit weiblich werden beispielsweise Adjektive wie schlank, schön und zartbesaitet verbunden, wohingegen das Männliche mit Kraft, Stärke, Unverwundbarkeit und Durchsetzungsvermögen stereotypisiert wird. Diese gesellschaftlichen Erwartungen bzw. Stereotype können sich auf das Gesundheitsverhalten von Jungen und Mädchen auswirken. Überspitzt dargestellt kann das dazu führen, dass Mädchen zum Beispiel in einen Schlankheitswahn abdriften, während bei Jungen risikoreiches Verhalten in unterschiedlichen Bereichen eine mögliche Reaktion darstellt.
Vor dem Hintergrund einer optimalen Förderung der sportbezogenen Gesundheitskompetenz von Schüler*innen geht es uns in Health.eduPLUS auch darum, wie wir Jungen und Mädchen im Sportunterricht bestmöglich stärken können, damit sie die gesellschaftlichen Anforderungen im Kontext von Weiblichkeit und Männlichkeit so gut wie möglich bewältigen. Dazu haben wir als Forscherteam eine systematische Literaturrecherche durchgeführt auf deren Basis praxisnahe Handlungsempfehlungen für Sportlehrkräfte abgeleitet wurden:
Es wurden insgesamt
– vier übergreifende Handlungsempfehlungen: Reflexion (z.B.: „Als Lehrkraft reflektiere ich mich selbst bzgl. eigener Geschlechterstereotypen“), Differenzierung, Ressourcenorientierung und vielfältige Geschlechtsidentität,
– fünf mädchenspezifische Handlungsempfehlungen (z.B.: „Als Lehrkraft behandle ich das Thema Körperbild im Sportunterricht: Ich stärke das Körperbild meiner Schülerinnen und reflektiere mit ihnen das moderne Körper- bzw. Schlankheitsideal)“) und
– fünf jungenspezifische Handlungsempfehlungen (z.B.: „Als Lehrkraft fördere [..] ich eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten bzgl. Wagnis- und Risikosituationen und deren Bewältigung.“)
hergeleitet. Die Handlungsempfehlungen wurden im Rahmen der kooperativen Planungssitzungen eingebracht und können eine Planungsgrundlage für die Konzeption von Unterrichtsbeispielen darstellen. Für nähere Informationen können Sie sich gerne an Lena Jungheim (lena.jungheim@fau.de) wenden.